„We didn’t start the fire….“. Deeskalierende Konfliktbearbeitung lernen

„Zweck des Disputs oder der Diskussion soll nicht der Sieg, sondern der Gewinn sein.” (Joseph Joubert, in: Französische Moralisten I, 218)

Bedeutet das also im Konflikt lieber gewinnen statt siegen? Wo liegt der Unterschied?


SIEGEN

Über einen Gegner im Kampf dominieren, ihn in einer Auseinandersetzung gefügig machen, ihn niederringen, überwältigen und in die Knie zwingen. Das könnte man im allgemeinen unter SIEGEN verstehen. Besiege ich jemanden in einem Konflikt, betrachte ich mein Gegenüber gleichsam als Verlieren. Hier stellen sich zwangsläufig die Fragen nach Machtausübung, nach Gerechtigkeit eines solchen Sieges, nach den Folgen für den Verlierer und nach der Rolle von Gewalt und Aggression im Konflikt. Ich setze mich mit meinen Sichtweisen durch, verharre auf meinem Standpunkt und zwinge den anderen meine Sichtweise, meine Perspektive, meine Einschätzung der Situation, meinen Standpunkt auf. 


GEWINNEN

GEWINN bezeichnet im allgemeinen den Nutzen oder Vorteil, der aus einem Ereignis erzielt wird. Im Falle eines Disputs liegt der „GEWINN“ also im Erkenntnisgewinn und dem gemeinsamen Fortschritt durch den Austausch von Argumenten. Ich bekomme etwas dazu (Zugewinn). Ich erweitere meine Sichtweisen und Perspektiven, erfahre, dass andere das Gleiche anders erleben und bewerten können, erhalte Einblick in die Denklogik meines Gegenübers und in die Schlüsse, die er aus seiner Wahrnehmung der Situation zieht. Und diese Schlüsse sind für ihn logisch und wahrhaftig. Schopenhauer schreibt dazu: „Falsche Urteile sind häufig, falsche Schlüsse höchst selten.“ (Die Kunst Recht zu behalten). Wenn es mir gelingt, meine Wahrheit über die Situation als akzidentell zu betrachten, einzuräumen, dass ich selbst nicht weiß, ob ich Recht habe oder nicht (oft glaubt man es zwar und irrt sich aber), erst dann ergibt sich ein Feld für Verstehen, Verständigung und Regulierung. Und das ist der GEWINN aus einem Konflikt.


Es geht folglich nicht um: ICH HABE RECHT! sondern um HILF MIR ZU VERSTEHEN!


Diese Art von GEWINN stellt sich aber nicht per se ein. Ich muss zunächst investieren. In Zeit, in Geduld, in Neugier, in Ehrlichkeit, in Offenheit, in Achtsamkeit und in Respekt gegenüber andere Sichtweisen und Meinungen. 


Also: Augen auf und durch!





Eine Situation wahrzunehmen, meist in der Vorstellung, dass nur das eine oder das andere möglich ist, bedeutet Spannung

Das Ziel:

Du kannst bewusst  Aggression und Gewalt im Konflikt vermeiden und so psychische oder physische Verletzungen aller Beteiligten verhindern. Darüber hinaus lernst du den Konflikt auf einer sachlichen Ebene zu entschärfen und eine konstruktive Lösung zu finden. Somit übernimmst du das Steuer in konflikthaften und konfrontierenden Situationen.

Das erwartet dich:

  • Konfliktentstehung auf der Micro- und Meso-Ebene
    • Wie entsteht ein soziales Konfliktsystem?  
      • Merkmale
      • Arten sozialer Konflikte und deren Ursachen


  • Funktion von Konflikten


  • Konfliktdynamik und Regulationskompetenzen nach Eidenschink
    • Sozialdimension
      • Wie du das so sagst…
    • Sachdimension
      • Worum geht’s eigentlich?
    • Zeitdimension
      • Wer hat angefangen?
      • Wann hat es angefangen?


  • Eskalationsstufen nach Glasl und ihre Interventionsmöglichkeiten


  • Innere Haltung im Konflikt
    • OK-Grundhaltungen
    • psychologische Grundbedürfnisse
    • innere Antreiber
    • Glaubenssätze und Attributionen


  •   Blick auf die eigene Konflikt- und Streitkultur
    • Die bevorzugte Tendenz der Selbst- und Fremdwahrnehmung bestimmt unsere Art und Weise Konflikte zu erleben und auszutragen. Die Bewusstwerdung der eigenen Einstellung kann helfen, eine andere Perspektive auf sich Selbst und das Gegenüber einzunehmen und dysfunktionalen Strategien der Konfliktbewältigung aus dem Weg zu gehen.
      • eskalierende Muster der Konfliktaustragung 
      • konfliktvermeidende Blockierungen überwinden


  • Übungen zur Selbsterfahrung

Methoden:

  • Vortrag: Präsentation
  • Moderation: Dialog und Diskussion
  • Übungen: Einzel- und Gruppenübungen, Rollenspiele, Selbsterfahrung

Voraussetzungen:

  • Bereitschaft, einen Blick auf sich und in sich selbst zu werfen.
  • Interesse an dir selbst.

Zielgruppe:

  • alle, die ihre persönliche und berufliche Effektivität entwickeln wollen
  • alle, die ihre Fähigkeiten in Konfliktlösung, Verständigung und wertschätzende Kommunikation stärken wollen

Termin/Format/ Preis:

  • Kurzseminar 3 Stunden
  • Termin nach Vereinbarung
  • Präsens, Vorort
  • Seminar/ Gruppencoaching mit mindestens 5 und maximal 12 Teilnehmenden

330,00 €

Kein Ausweis der Umsatzsteuer aufgrund der Anwendung der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)

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