11.12.2025

Jeder kennt das. Ein Klient erzählt über seine Situation. Du hörst zu und denkst nach 10 Minuten: er bräuchte ja nur dies zu tun oder das zu lassen, dann hätte er vermutlich das Problem nicht.

Denken ist das eine. Sagen etwas ganz anderes. Da packen wir möglicherweise Tipps und Ratschläge für den Klienten aus: „Also du musst jetzt nur….“ und bieten Lösungen an.


Sätze, die ich immer wieder in der Praxis höre:

Ich dachte, ich entlaste sie mal und schlage vor, wir machen das so….

Sie müssen einfach nur etwas mehr mitmachen….

Ich kümmere mich darum….

Ich sage ihnen, meine Lösung wird funktionieren….

Seien sie doch einfach offener….

Ich hab da schon einen Plan, wie es ihnen besser geht mit der Situation…

Eigentlich ist die Situation gar nicht so schwierig, wie sie denken…

Seien sie einfach etwas taffer….

Es wäre dumm von ihnen, es nicht zu tun….


Was denkst du? Hat das noch was mit professioneller Beratung, Begleitung und Unterstützung zu tun? Wie direktiv sollte ein Couch sein?


Meine Sichtweise:

  • Probleme sind Herausforderungen, die jeder Mensch auf seine persönliche Art zu bewältigen sucht. Hier braucht es keine Ratschläge darüber, wie ich das Problem lösen würde.
  • Alle Menschen wollen ihrem Leben einen positiven Sinn geben und die nötigen Ressourcen dazu sind vorhanden. In eigener Sache sind wir alle kundig und kompetent. Daher helfen meine Ratschläge wenig, da sie von meinen Kompetenzen und Ressourcen beeinflusst wären.
  • Es ist hilfreich, notwendig und nützlich, dem Gegenüber sorgfältig zuzuhören und ernst zu nehmen, was er/sie sagt. Das Erleben eines Klienten, seine 
  • Denkprozesse und Handlungsmotive lassen sich nicht wie Dinge einfach von außen beschreiben. Beschreibbar sind lediglich bestimmte äußere Verhaltensmerkmale. Sie als Zeichen von Angst, Denken oder Lernprozessen zu bezeichnen setzt voraus, anzunehmen, dass diese Zeichen bei jemand anderem das Gleiche bedeuten, wie bei einem selbst; dass andere Menschen vermutlich genauso wahrnehmen, empfinden, fühlen, erkennen oder denken wie man selbst. Das kann, muss aber nicht so sein. Ich bin mir bewusst darüber, dass ich als Coach nur das wahrnehme, wofür ich Kategorien des Denkens habe. Diese Kategorien stammen aus meinen Alltagserfahrung, meinen eigenen biografischen Erfahrungen, meiner Bildung. Der Klient hat seine eigenen Kategorien des Denken und diese sind für ihn wahrhaftig.


Daher lieber fragen statt sagen! Wir brauchen keine Lösung für das Problem des Klienten. Wir unterstützen ihn beim Entdecken seiner eigenen Lösung.

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